Tag: Faltenröcke konstruieren

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Grundlagen zur Berechnung von Kellerfalten

Hallo! Schön, Dich wieder zu sehen!

Die neuen knielangen Faltenröcke, die ich vor einigen Tagen schon angekündigt hatte, sind nun endlich im Online-Shop erhältlich. Yippieh!

Es war mal wieder ganz schön viel Arbeit, die Röcke zu fotografieren, die Fotos zu bearbeiten und zuzuschneiden und die Texte google-freundlich zu verfassen. Puh!

Aber noch kniffliger war es die Röcke auf Konfektionsmaße hin zu konstruieren, dafür habe ich drei Anläufe gebraucht. Geärgert habe ich mich und wollte es schon sein lassen, als es dann doch noch geklappt hat. Ich wollte ja schließlich doppelte Kellerfalten (Englisch: double box pleats), die hatte ich mir eingebildet, weil diese einfach viel mehr her machen als gewöhnliche (Standard-)Falten. Faltenröcke zu konstruieren ist gar nicht so einfach, auch wenn es nicht danach aussieht!

Grundlagen Kellerfaltenkonstruktion

Hier ein paar kurze Einblicke in was dahinter steckt:

Die erste Entscheidung, die getroffen werden muss, ist „Wieviele Faltenelemente soll der Rock denn überhaupt haben? & Wieviel Platz habe ich dafür.“

Rechnung: Taillenmaß (oder Wunschmaß) : Anzahl Faltenelemente = verfügbarer Platz (Breite) pro Faltenelement

(Ich nenne es Faltenelement, da ja hin und wieder mehr als nur eine Falte als ein Designfeature zusammengefasst werden.)

Wenn ich diese Zahl habe, stellt sich die Frage: Wieviel Abstand soll zwischen den einzelnen Faltenelementen sein? Dieser Abstand muss von der oben errechneten Breite des Faltenelements abgezogen werden. Dann bleibt also dein „Netto“-Maß für das Element.

Um mir die optimale Nutzung dieses Maßes besser vorstellen zu können und um lästige Denkknoten zu entwirren, habe ich mir ein Faltenmuster aus Papier gefaltet und mit der Nähmaschine fixiert. Ich weiss, es sieht inzwischen schon etwas abgenutzt aus. :O
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Grundlagen KellerfaltenkonstruktionDieses Papiermuster kann ich nun varieren, bis mir die Faltenbreite und das Faltenverhältnis der Falten zueinander gefällt. Auch tue ich mir so viel leichter, die Stoffmenge eines einzelnen Faltenelements zu berechnen.

Eine doppelte Kellerfalte besteht aus einer breiten unteren Kellerfalte und einer darüberliegenden schmäleren Kellerfalte.
Grundlagen Kellerfaltenkonstruktion
Von oben sieht das so aus:
Grundlagen Kellerfaltenkonstruktion
Zur Berechnung des Stoffverbrauchs des einzelnen Faltenelements benötigst Du diese Maße:

  1. Gesamtbreite verfügbar pro Faltenelement
  2. Breite der oberen Kellerfalte mal 2
  3. Breite der unteren Kellerfalte mal 2
  4. Abstand von der Faltenmitte bis zum Rand des Faltenelements
  5. (Optional & nicht abgebildet) Den Abstand zum nächsten Faltenelement falls gewünscht

Grundlagen Kellerfaltenkonstruktion

Das Schnittmuster zeichnest du wie folgt:

Nahtzugabe / Maß 5: Abstand zum Faltenelement / Maß 3: Breite der unteren Kellerfalte 1x / Maß 4: Abstand von der Faltenmitte bis zum Rand des Faltenelements 1x / Maß 2: Breite der oberen Kellerfalte 2x /Maß 4: Abstand von der Faltenmitte bis zum Rand des Faltenelements 1x / Maß 3: Breite der unteren Kellerfalte 1x / Maß 5: Abstand zum Faltenelement / nach Bedarf wiederholen / Enden mit Nahtzugabe

Berücksichtigen musst Du nun nur noch die dicke des Stoffes den Du verwendest, denn durch das legen der Falten verbrauchst Du zusätzlichen Stoff in der Kante der Falte, d.h. dein in Falten gelegtes Rockteil wird etwas kleiner sein, als dein verwendetes Schnittmuster.
Ich empfehle daher, unbedingt einen Proberock zu nähen, um dein Schnittmuster zu testen.

So, ich hoffe, dies war für dich ein kurzer interessanter Einblick in meine Arbeit. Ich fands, schön, dass du hier warst! Wenn du einen meiner Röcke haben möchtest, kannst du hier deinen Lieblingsrock bestellen.

Michaela

Lieblingsröcke für Dich gemacht!

P.S.: Wenn du wissen möchtest, wie ein Jerseykleid genäht wird, dann geht’s hier entlang!